Zahlen und Fakten über Etzelwang

Ein Kirchdorf Etzelwang gibt es seit der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts, also bald 950 Jahre. Eine politische Gemeinde unter diesem Namen hingegen schuf erst die bayerische Gebietsreform von 1972/75 und zwar durch die Zusammenlegung der vormals selbständigen kommunalpolitischen Einheiten Neidstein, Kirchenreinbach und Schmidtstadt.

Impressionen aus der Gemeinde

 
 
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Ursprünge im 11. Jahrhundert

Der Name unseres Dorfes taucht erstmals in einer Liste der Kirchweihen auf, die Bischof Gundekar ll. von Eichstätt vorgenommen hat. Jener Bischof stand seiner Diözese von 1057 - 1075 vor, die einzelnen Weihehandlungen sind - mit Ausnahme der Eichstätter Domweihe 1060 - nicht datiert. Die örtliche Tradition lässt Gundekar 1059 nach „ezziliuuangen“ kommen. „Etzel“ in Ortsnamen gehört in die große Namensfamilie, die sich um „Heinrich“ herum gebildet hat. Heinz, Hinz, Heinzel, aber auch Ezzo, Ezzilo, Hezzilo, das hat alles eine Wurzel. Einer der bekanntesten Träger des Namens zu seiner Zeit war Kaiser Heinrich ll., der Bamberg 1007 zum Bischofssitz machte und damit den beiden seit 742/45 bestehenden fränkischen Bistümern Würzburg und Eichstätt ein drittes hinzufügte. Widerpart des Kaisers, der von 1002 bis 1024 regierte, wo der Markgraf Heinrich von Schweinfurt, der auch als Hezilo bekannt ist und zu dessen Besitzungen unter anderem Ammertal gehörte. Kurzum: Heinrich-Hezilo-Ezzilo war gängig im 11. Jahrhundert und es besteht kein Grund, ein wesentlich höheres Alter für Etzelwang anzunehmen.

Etzelwang, ganz grob unterteilt, hatte in seiner Geschichte zuerst bambergische Ministeriale als Herren, gehörte von 1329-1504 zum Kurfürstentum Rheinpfalz/Oberpfalz, bis 1656 zur Jungen Pfalz, schließlich bis 1794 zum Herzogtum Sulzbach, seitdem zum Kurfürstentum und späteren Königreich Bayern. Der Ort lag an einer wichtigen Straße, seit 1505 aber auch an der Grenze zum Territorium der Reichsstadt Nürnberg.

Wir haben keine Vorstellung von der ersten Etzelwanger Kirche, die Bischof Gundekar ll. weihte. Es steht nur fest, dass von ihr kein Stein erhalten ist. Von der Ausstattung dieser Kirche erhalten ist die Erinnerungstafel für Georg von Brand von 1567, die heute im Chor hinter dem Altar angebracht ist.
Erhalten ist vor allem ein Teil der Friedhofsmauer, der vom Hauptaufgang in einem Bogen nach Norden führt. Zweifellos handelt es sich hier um einen Rest der Wehrmauer, die Kirche und Friedhof insgesamt umgab. Wehrkirchen waren ja für das ausgehende fünfzehnte Jahrhundert die Regel, sie sind auch in den meisten Dörfern der Umgebung nachzuweisen. Mit der Bauzeit etwa 1480 haben wir das älteste noch vorhandene Bauwerk des Dorfes vor uns. Die heute - dritte - Kirche allerdings sprengte den vorgegebenen Rahmen.

Schwierige Reformationszeit

Zusammen mit der Jungen Pfalz war auch Etzelwang unter Pfalzgraf Ottheinrich 1542 nach lutherischer Lehre reformiert worden. Während aber die Oberpfalz ebenso wie der größere Teil der Jungen Pfalz im Zuge der Gegenreformation und des Dreißigjährigen Krieges wieder römisch-katholisch wurde, blieb das Teilherzogtum Sulzbach protestantisch. Schließlich vereinbarten die zuständigen Herren, dass Sulzbach eigenständiges Fürstentum werden, als Preis dafür aber auch den katholischen Glauben zulassen sollte.
Im „simultaneum religionis exercitium“, wie das hieß, waren beide Konfessionen gleichberechtigt, benutzten dieselben Gotteshäuser - wenn auch nie zur gleichen Zeit -, und hatten auch ihre Pfründen und sonstigen Einkünfte zur Hälfte zu teilen. In Etzelwang wurde die Situation noch dadurch kompliziert, dass Nürnberg beanspruchte, dort den protestantischen Pfarrer zu präsentieren.

Erster und einziger Neubau einer Simultankirche im Herzogtum

Der Pfarrer Holste baute, mit Nürnberg im Rücken, von Grund auf neu die erste und einzige Simultankirche im Herzogtum Sulzbach. Die meisten anderen Gotteshäuser auf dem Lande wurden in der Barockzeit aus-, an- und umgebaut, wirkliche Neubauten waren selten. Das besondere an Simultankirchen ist, dass sie nicht ein Hauptportal und Nebeneingänge haben, sondern zwei gleichwertige Portale, und dass sie auch in der Inneneinrichtung keiner der beiden Konfessionen eindeutig den Vorzug geben. In der Etzelwanger Kirche, erbaut von 1721 bis zur Vollendung des Turmes 1763, sind diese Vorgaben verwirklicht. Wenn von der alten Wehrkirche so wenig geblieben ist, dann wegen der Ausmaße des Neubaus. Nicht nur die Kirche von 1480 wurde abgetragen, sondern auch der überwiegende Teil der Wehrmauer. Nur so konnte der erforderlich Bauplatz gewonnen werden.

Kein klassisches Dorf

Beim „Dorf“ denken viele bis heute an eine überwiegend bäuerlich geprägte Gemeinde. Auf Etzelwang traf diese Vorstellung nicht zu, hier mischten sich Landwirtschaft und Gewerbe, soweit sich das überblicken lässt.
In einem Dorf an einer bedeutenden Straße, das als Kirchdorf auch eine gewisse Mittelpunktfunktion hatte, mussten sich wohl Gastwirte und allerlei Handwerk etablieren. Dazu kam, bisher nicht erwähnt, die hier mögliche Nutzung der Wasserkraft. Für Etzelwang selbst ist zwar nur eine Mühle bezeugt, doch folgen - nach dem Stand von 1800 - weitere Mühlen in Penzenhof, Lehendorf, Lehenhammer, Oed, insgesamt noch sechs mit Hilfe des Etzelbachs betriebene Werke. Dabei handelt es sich nicht allein um Getreidemühlen, sondern auch um ein Sägewerk, um eine Papierfabrik in Lehenhammer (Nachfolgerin eines Eisenhammers an dieser Stelle) und eine Glasschleiferei in Oed.
Etzelwang liegt schon lange nicht mehr an einem Hauptverkehrsweg. Die Erinnerung daran wurde beim Bau der bayerischen Ostbahn Nürnberg-Amberg im Jahre 1859 noch einmal geweckt, doch hat die Bahnstation Etzelwang nur noch für Pendler und Ausflügler eine gewisse Bedeutung.
Geblieben ist das Kirchdorf, hinzugekommen ist Name und Sitz der politischen Gemeinde und - vor allem - die Ausdehnung und Wandlung des Dorfes zur Wohnsiedlung. Gegenwärtig bleiben sollte das Bewusstsein einer wechselvollen, immerhin bis 1059 zurückverfolgbaren Geschichte.
Burganlagen sind Zeugnisse für eine lange Geschichte der sie umgebenden Region. Die Gemeinde Etzelwang kann in ihren Grenzen neben der verschollenen Burg Werdenstein auf Burg und Schloss Neidstein, Burg Rupprechtstein, Burg Hauseck, sowie das Kirchenreinbacher Schloss als ehrwürdige Kulturdenkmäler verweisen.

Einwohnerzahlen der Gemeinde Etzelwang

(Stand 05.05.2017). 
Etzelwang gesamt: 1405

Albersdorf: 51
Etzelwang (Ort): 620
Gerhardsberg: 67
Hauseck: 11
Kirchenreinbach: 226
Lehendorf: 153
Lehenhammer: 33
Neidstein: 3
Neutras: 33
Oberschmidtstadt: 31
Penzenhof: 25
Rupprechtstein: 10
Schmidtstadt: 42
Tabernackel: 33
Ziegelhütten: 67

Karte des Gemeindegebietes

Die rot gestrichelte Linie markiert die Grenze des Gemeindegebietes.

Karte der Gemeinde Etzelwang

Karte der Gemeinde Etzelwang. © Media Office Sommer 2013

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92268 Etzelwang

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